Eine 100 Jahre alte Brücke abbauen und eine neue, 1.450 Tonnen schwere Eisenbahnbrücke installieren – alles in nur 125 Stunden. Das wurde in Neuhaus an der Pegnitz umgesetzt.
Möglich machte diese Präzisionsarbeit auch das Fluid-transport-System von Konecranes, mit dem die neue Brücke innerhalb von zehn Stunden von der Herstell- zur Endlage verschoben und abgesenkt wurde. Ergebnis: Züge können diesen Streckenabschnitt zwischen Nürnberg und Schirnding auf der Brücke jetzt schneller befahren, und für Autofahrer sowie Fußgänger ist die Unterführung deutlich sicherer zu passieren.
Errichtet wurde die neue 20,5 Meter breite, sieben Meter hohe und elf Meter lange Brücke direkt neben der rund 100 Jahre alten Brücke. Acht Lastmodule, die auf Stahlgleitbahnen glitten, transportierten das Bauwerk 15,25 Meter weit an die Stelle, wo die alte Brücke kurz zuvor noch stand.
„Dank Stickstoff und Hydraulik der Lastmodule ‚schwebte‘ die Brücke 45 Minuten lang sieben Zentimeter nahezu reibungslos über dem Boden“, beschreibt Konecranes-Projektleiter Reinhard Bausch den Prozess. Rund einen Meter pro Minute legte die Brücke auf dem ‚Schwebeteppich‘ zurück.
Das Absenken der Eisenbahnbrücke war eine Herausforderung. Es war notwendig, um eine rund 45 Kilometer lange Wasserleitung nicht zu beschädigen. „Mit 1.450 Tonnen war es die bislang schwerste Brücke, die wir abgesenkt haben“, sagt Bausch.
Um die Brücke in Neuhaus 1,60 Meter abzusenken, hat Konecranes das Bauwerk in elf Schritten zu je 14 Zentimetern ‚abgestapelt’ – in neun Stunden. Die Spezialisten haben dafür die Brücke auf mehrere Holzstapel, teilweise mit Hydraulikpressen, positioniert. Die Hydraulikpressen hoben das Bauwerk, so dass jeweils eine Lage Holzstapel herausgezogen werden konnte.