Im Herbst 2007 trafen sich im Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS) Fachleute und Anwender zum 5. Industrial Ethernet Kongress (IEK). Knut Erpenbach, Leiter von Hirschmann Automation and Control Deutschland, konnte rund 200 Teilnehmer begrüßen, die auf das neue Messegelände gekommen waren, um sich über aktuelle Trends rund um industrietaugliche Ethernet-Lösungen zu informieren.
Eine Premiere war der Tagungsort: Durch die Kooperation mit der Messe Stuttgart konnte die Veranstaltung erstmals im Kongresszentrum der Neuen Messe stattfinden, das den modernen Rahmen dieses Fachkongresses unterstrich und viel Platz bot für die angegliederte Ausstellung.
In 23 Vorträgen ging es in zwei Sälen um Grundlagen, Produkte, Technologien und ganz viel Anwendungswissen. Moderiert wurden die Referate von Kai Binder, Chefredakteur des SPS-MAGAZINs, sowie von Sigurd Schobert, Redakteur von „de – Der Elektro- und Gebäudetechniker“.
Frau Dr. Mokka Müller, Leiterin des Instituts für Zukunfts-Management in Feldafing, eröffnete die Veranstaltung mit ihrem Vortrag „Komplexes ist nicht kompliziert“. Um „Bio-Logik“ in Bezug auf Netzwerk-Intelligenz ging es in ihrem Vortrag, der damit vortrefflich zum Motto der Gesamtveranstaltung, „Lebende Netze“, passte. Die erstaunlichen Ergebnisse, die vernetzte Strukturen bisweilen hervorbringen, finde man auch in der Natur, so Müller. So könne beispielsweise das Wissen über die Überlebensstrategie von Viren durchaus hilfreich sein, um technische Phänomene zu verstehen.
Anhand einfacher Beispiele demonstrierte Sven Sarter von Huber + Suhner, welche Bedeutung die Antennentechnologie im industriellen Umfeld hat. Dass man selbst Safety-Anwendungen mit Wireless-Technologie realisieren kann, zeigte Ewald Kuk von Siemens A & D. Die Planung industrieller Netze mit dem Schwerpunkt Wireless erläuterte Michael Vetter von Phoenix Contact. Wie man die Zuverlässigkeit industrieller WLAN-Netze durch vermaschte Strukturen verbessern kann, erläuterte Olaf Schilperoort von Hirschmann Automation and Control. Ein interessantes Anwendungsbeispiel brachte Ulrich Lieske von der PC-Soft GmbH den Zuschauern nahe: Das Produktionsdatennetz Lausitz. Lieske gab Antworten auf Fragen wie:
„Gehören Office- und Industrienetze zusammen?“, „Wie ist Sicherheit in solchen Netzen zu schaffen?“, „Wie können Servicefirmen in solche Netzwerke eingebunden werden?“
Hier ging es um die Anwendung kabelbasierender industrieller Ethernet-Lösungen. Frank Iwanitz von der Softing AG beispielsweise beantwortete Fragen von Anwendern hinsichtlich der Performance von Industrial Ethernet. Er gab Antworten auf Fragen, ob reale Geräte halten, was die Spezifikationen versprechen, oder welchen Einfluss Standard-IP-Verkehr auf den Echtzeit-Datenaustausch hat.
Alexander Klos von Baumüller stellte einen Vergleich verschiedener Ethernet-Technologien an und gab einen Ausblick, welche Technologie für die Zukunft gerüstet ist. Über die betrieblichen Aspekte industrieller Ethernet-Lösungen berichtete Heiko Rössel von Röwaplan.
Den Abend des ersten Kongresstages beschlossen „Helge und das Udo“, alias Helge Thun und Udo Zepezauer vom legendären Tübinger „Theatersport“, die während des gleichzeitig servierten Abendessens die Lachmuskeln der Teilnehmer auf Trab brachten, ganz nach dem Motto: Schlagfertigkeit mal Sprachwitz gleich Spaß hoch zwei.
Den zweiten Kongresstag eröffnete Dr. Günter Hörcher vom Fraunhofer-TEG. „Internationale Normung hochverfügbarer Automatisierungsnetze“ stand im Mittelpunkt seines Berichts. Als Mitglied in Normungsgremien zur industriellen Datenverkabelung bei DKE, CENELEC und ISO/IEC konnte Hörcher einen Einblick in deren gegenwärtige Arbeit geben.
Henning Czerny von NetWays Network Consulting referierte unter dem Titel „Zwei Welten wachsen zusammen – Fluch und Segen zugleich?“ über die unterschiedlichen physikalischen und logischen Grundlagen von Office- gegenüber Industrienetzen.