Wie Gott in Frankreich, das Land der Weine und des Käses, das schönste Land der Welt - Frankreich weckt eine ganze Reihe positiver Assoziationen. Fakt ist, dass Frankreich viel zu bieten hat: kulturell und gastronomisch, landschaftlich und klimatisch, wirtschaftlich und politisch. Es gibt von allem reichlich, und alles in den unterschiedlichsten Facetten. Im Folgenden die wichtigsten Rahmendaten zu einem Land, das immer einen Besuch wert ist.
Der Nationalstolz wird in Frankreich gehegt und gepflegt. Auch wenn die Zeiten der Grande Nation als Kolonialmacht längst passé sind, so haben französische Sprache und französische Kultur jahrhundertelang die Welt geprägt. Deshalb: Gute französische Sprachkenntnisse sowie faktisches Hintergrundwissen über Land und Kultur öffnen Tür und Tor.
Parlez-vous français? Ist das nicht der Fall, ergibt sich als Arbeitssprache meistens Englisch. Geht es später um schriftliche Verträge, zieht man ohnehin Dolmetscher respektive Übersetzer hinzu.
Der persönliche Kontakt hat in Frankreich einen hohen Stellenwert. Und aufgrund der kulinarischen Kultur dienen ausgedehnte Arbeitsessen einem persönlichen Kennenlernen. In ungezwungener Atmosphäre geht es dabei zuerst um alles Mögliche – nur nicht ums Geschäft. Das mag die Geduld strapazieren, ist aber die Basis für den Aufbau einer guten Geschäftsbeziehung. Ein Tipp: Warten Sie, bis der französische Partner das Gespräch auf die Geschäfte lenkt. Kommen Sie voreilig auf das Thema zu sprechen, könnte das als unhöflich aufgefasst werden. Und wer sich in Zurückhaltung übt, kann beim abschließenden Kaffee oder Digestif durchaus mit einem Vorvertrag belohnt werden.
Hierarchien werden in Frankreich gelebt, viele der Unternehmen sind patriarchalisch geprägt. Delegieren gilt nicht unbedingt als positive Eigenschaft, sondern eher als Schwäche. Es ist klar definiert, wer Entscheidungen treffen darf und wer nicht. Versuchen Sie also nicht, jemanden zu Entscheidungen zu drängen, die er gar nicht verantworten kann. Taktvolle Zurückhaltung gilt auch beim Durchpeitschen einer Tagesordnung. Franzosen empfinden das als Einschränkung ihres Handelns, schlimmstenfalls haben sie den Eindruck, dass ihre Ideen nicht gefragt sind.
Absprachen gibt es üblicherweise sofort schwarz auf weiß. Franzosen dagegen legen mehr Wert auf mündliche Absprachen. Ständige Aktennotizen und Memos wirken schnell wie ein Mangel an Vertrauen. Kommt es zu einer Vereinbarung im Sinne eines Vertrages, so wird dieser selbstverständlich schriftlich ausgeführt. Wichtig: Hier zählt nicht „Keep it short and simple“, sondern das Gegenteil!
Zur Kleiderordnung: Eleganz ist immer angebracht. Sie darf teuer, aber nicht zu extravagant oder auffällig sein. Für Damen: Glatte Beine, falls sichtbar, sind Pflicht.
Kleine Geschenke für Geschäftspartner und Sekretärin sind angebracht. Bei privaten Einladungen sollten Sie nach Möglichkeit zusagen - sie sind ein Zeichen der Wertschätzung. Auch hier freut sich die Dame des Hauses über Ihr Gastgeschenk.
Traditionell spielt das Essen eine große Rolle im Leben der Franzosen. Über Essen und Trinken wird gerne und häufig diskutiert: Die Zusammensetzung eines Menüs, die Auswahl der passenden Weine oder individuelle Zubereitungen sind beliebte Gesprächsthemen.
Fläche:
547.026 qkm - ohne überseeische Départements
Einwohner:
63,6 Millionen
(mehr als 65 Mio. inklusive überseeischer Départements, Schätzung Januar 2009)
Hauptstadt:
Paris mit 2,2 Mio. Einwohnern in Paris-Stadt, 11,5 Mio. im Großraum Paris (Region Île-de-France)
Regierungsform:
Parlamentarische Präsidialdemokratie mit zwei Kammern:
Nationalversammlung mit 577 Abgeordneten gewählt für 5 Jahre
Senat mit 343 Senatoren gewählt für 6 Jahre
Verwaltungsstruktur:
22 Regionen
96 Départements
4 überseeische Départements
6 überseeische Gebietskörperschaften
Neukaledonien (mit Sonderstatus)
Französische Südarktis- und Antarktisgebiete
Landessprache:
Französisch
Währung:
Euro
Mitgliedschaften:
UN, EU, NATO (ohne militärische Integration), WEU, Weltbank, IWF, OECD, UNESCO, Abrüstungskonferenz der Vereinten Nationen, OSZE
*Stand September 2008
Frankreich ist neben Deutschland das wichtigste Industrieland Europas. Leistungsträger der französischen Wirtschaft sind die Großunternehmen, gelistet im französischen Börsenindex CAC 40. Sie sind auch interessant für ausländische Investoren: Ca. 50 % der CAC 40 Unternehmensanteile sind in ausländischem Besitz. Besondere Stärken liegen in den Branchen Luftfahrt, Automobil, Energie, Landwirtschaft und Ernährung, Luxusartikel, pharmazeutische Produkte, Chemie, Elektronik und Tourismus. Wichtigster Handelspartner ist mit Abstand Deutschland; es folgen Italien, Belgien/Luxemburg, Spanien, Großbritannien, USA und China.
Die Infrastruktur ist gut, in Ballungsgebieten und industriellen Zonen sehr gut. Frankreich verfügt über ein weit verzweigtes Fernstraßennetz und ein neuwertiges, zu großen Teilen privat finanziertes Autobahnnetz. Frankreich hat das größte Netz von Hochgeschwindigkeitsbahnen in Europa.
Der Umweltschutz genießt in Frankreich seit 2005 Verfassungsrang. Das Land ist Unterzeichner des Kyoto-Protokolls und setzt sich für die im Rahmen der EU festgelegte Reduzierung der Emissionen ein. Die Chancen der Nutzung von erneuerbaren Energien für die Umwelt und für die Schaffung von Arbeitsplätzen, auch in der Landwirtschaft, sind in Frankreich allgemein erkannt.
*Stand September 2008
Vier Hauptzonen beeinflussen Frankreichs Klima maßgeblich:
- Atlantische Zone mit gemäßigtem Meeresklima
- Kontinentale Zone mit ausgeprägten Temperaturunterschieden, insbesondere im Osten
- Mediterrane Zone mit gemäßigtem, warmem Meeresklima
- Alpine Zone mit rauem Bergklima
1. Januar: Neujahr
1. Mai: Tag der Arbeit
8. Mai: Tag des Sieges (Fête de la victoire)
7 Wochen nach Ostern: Pfingstmontag
10 Tage vor Pfingsten: Christi Himmelfahrt (Jour de l’Ascension)
14. Juli: Nationalfeiertag (Fête nationale), Sturm auf die Bastille 1789
15. August: Maria Himmelfahrt
1. November: Allerheiligen
11. November: Waffenstillstand von Rethondes (Beendigung Erster Weltkrieg)
25. Dezember: Weihnachtsfeiertag
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März 2009